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Keine Zeit zum Durchschnaufen

Am Sonntag (16 Uhr) empfängt ratiopharm ulm die LTi Giessen 46ers – Keaton Nankivil ist als 4. Ulmer Profi fürs Allstar Spiel nominiert.

Ruhepausen gab es für ratiopharm ulm zuletzt kaum einmal. Nach dem strapaziösen Auswärtstrip zwischen den Jahren mit Partien in Berlin, Bonn und Braunschweig sowie dem sensationellen Sieg über den FC Bayern München am Mittwoch (76:75), steht am Sonntag das fünfte Spiel innerhalb von 17 Tagen an: Die LTi Giessen 46ers – das Team, das Thorsten Leibenath noch in der Saison 2007/08 als Cheftrainer betreut hatte – sind zu Gast in der erneut ausverkauften ratiopharm arena.

Bei allen Strapazen der letzen Wochen gab es im Ulmer Team auch einen Tag nach dem Thriller gegen München noch einmal Grund zur Freude: Keaton Nankivil, der Mann, der den Sieg über München mit seinem Dreier in letzter Sekunde sicherstellte, wurde als vierter Ulmer Profi für den Beko BBL Allstar Days nominiert. Aufgrund seiner herausragenden Dreierquote (26/59 – 44,1 Prozent) qualifizierte sich Nankivil die Deutschen Dreipunkte-Meisterschaften.

Nankivils Qualitäten werden auch am Sonntag gegen Gießen von Nöten sein, denn die Hessen kassierten zwar zuletzt vier Pleiten in Folge, sind aber dennoch eines von nur zwei BBL-Teams, die dem Meister Bamberg (68:65) bisher eine Niederlage zufügen konnten.

Nach zuletzt drei Trainern in ebenso vielen Jahren wollen die 46ers mit dem neuen Übungsleiter Björn Harmsen nun dauerhaft ein festes Konzept verfolgen. Der Fokus des mit 29 Jahren jüngsten Bundesliga-Coaches liegt auf der Defensive: Bei vier der bisherigen fünf Saisonsiege hielt Gießen seinen Gegner bei einer Punkteausbeute von 75 Zählern oder weniger. Die statistischen Werte der 46ers bei den Fouls (23,2 FpS, 1. Rang) und Steals (6,1 SpS, 3.) belegen die Aggressivität, mit der die 46ers in der Defensive zu Werke geht.

„Björn Harmsen ist ein Basketball-Verrückter, im positiven Sinne. Er versteht es, seinen eigenen Stil zu pflegen“, zollt Ulms Head Coach Thorsten Leibenath seinem Kollegen Respekt. „Sein Team spielt sehr kompromisslos und erlaubt nur sehr hart erarbeitete Würfe. Offensiv agiert Gießen mit unglaublich viel Bewegung, man muss ihnen ständig hinterherlaufen“, so Leibenath weiter.

Individuell verfügt Gießen ebenfalls über Klasse und vor allem viel Erfahrung. Elvir Ovcina ist auch noch im gehobenen Basketball-Alter von 35 Jahren einer der effektivsten Center der Liga; im Schnitt zeichnet sich der Bosnier für 12,5 Punkte und 6,6 Rebounds verantwortlich. Der zuletzt verletzte Topscorer Mo Jeffers (14,4 PpS) und der vielseitige Forward Koko Archibong, der bereits in Berlin und Bamberg spielte, gehören ebenso zur gestandenen Garde. Die beiden Guards Radenko Pilcevic und Wayne Bernard brachte Head-Coach Björn Harmsen im Sommer vom Mitteldeutschen BC mit nach Gießen. In Misan Nikagbatse kommt beim Tabellensechzehnte ein Ex-Nationalspieler von der Bank, der nach einem verletzungsbedingten Absturz in Gießen nun an frühere Leistungen anzuknüpfen versucht.

Für Leibenath, der insgesamt sieben Jahre in Gießen arbeitete, ist das Wiedersehen mit seinem Ex-Club allerdings kein besonders emotionales. „Wenn wir dann auswärts in Gießen spielen, vielleicht eher. Aber die Spieler, mit denen ich damals zusammengearbeitet habe, sind weg und mit dem jetzigen Team habe ich nicht mehr viel gemein“, so Leibenath, der seiner Mannschaft schon vor dem letzten Vorrundenspiel ein „absolut positives“ Zwischenzeugnis ausstellt.

 

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