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Vorschau auf das Playoff-Viertelfinale?

ratiopharm ulm empfängt am Sonntag (16 Uhr) die Artland Dragons und trifft dabei auf ein Team, das seit dem Pokal-Halbfinale deutlich an Stabilität gewonnen hat.

Die Schnelllebigkeit des Sports hat auch ihr Gutes: Ein Tag nach der deutlichen 75:108-Niederlage beim Meister Bamberg liegt der Fokus schon wieder auf der nächsten Herausforderung, nämlich auf dem Gastspiel des Tabellen-Sechsten. Dabei feiern die Artland Dragons am Sonntag als letztes aktuelles Beko BBL-Team ihre Gastspiel-Premiere in der ratiopharm arena. Und die Analyse der Bamberg-Niederlage, als der Double-Gewinner 17 Dreipunktewürfe versenkte,  hielt auch wertvolle Erkenntnisse für Sonntag bereit – insbesondere für die Verteidigung: „Wir müssen unsere Gegner vor uns halten, das Penetrieren zum Korb verhindern und so offenen Dreier gar nicht erst möglich werden lassen“, richtet Thorsten Leibenath den Blick sowohl zurück als auch nach vorn. Dass sein Team die Artland Dragons bereits zweimal besiegen konnte, erachtet der Ulmer Head Coach als Vorteil. „Schließlich haben wir schon einmal Wege gefunden, um sie zu besiegen.“

Denn an auswärtigen Spielorten kreuzten sich die Wege von Ulmern und Drachen in dieser Runde schon zweimal: Am 7. Spieltag gewannen die Schwaben mit 69:80 im Artland; am Pokal-Wochenende in Berlin behielt Thorsten Leibenaths Team ebenfalls die Oberhand (86:77). Und nach momentanem Stand würden sich beide Teams schon in wenigen Wochen im Playoff-Viertelfinale erneut begegnen, was die heutige Paarung nicht weniger brisant macht.

Für ratiopharm ulm wie auch für Quakenbrück ist das aber Zukunftsmusik – denn aktuell sieht sich Stefan Kochs Mannschaft mit einigen hausgemachten Problemen konfrontiert. „Es kann nicht sein, dass wir nicht mit derselben Intensität spielen, nur weil Ludwigsburg keinen so großen Namen hat“, bemängelte der Drachen-Coach nach der jüngsten 82:75-Pleite (der vierten in Folge auf fremdem Terrain) die laxe Einstellung seiner Mannschaft. Das volle Vermögen der Dragons spiegelt sich indes in ihrer Bilanz gegen die BBL-Spitze wider: Bamberg (78:72) und Berlin (72:56) ließen im Artland Federn; gegen München waren die Dragons zweimal erfolgreich – und entlockten gar Svetislav Pesic ein seltenes Lob: „So eine Defensive habe ich noch nicht gesehen“, so der FCB-Coach über die Drachen-Verteidigung. Dabei sind die Dragons besonders für ihre offensive Feuerkraft bekannt: Nur vier Teams bleiben an der Freiwurflinie cooler (78 Prozent) – und nur zwei treffen von „downtown“ sicherer als die Truppe um BBL-Dreierchamp Demond Mallet (38,3).

Dem inzwischen 35-Jährigen steht mit Ex-Albatros Bryce Taylor und MarQuez Haynes ein sprunggewaltiges Backcourt-Duo zur Seite, das von Stratege Branislav Ratkovica in Szene gesetzt wird. Und hier liegt die neue Stärke der „Drachen“. Pausierte Taylor im Pokal-Halbfinal noch nach einer Verletzung, ist der athletische Guard nun wieder gesetzt – und mit ihm in den letzten Partien auch Scharfschütze Johannes Strasser. Dieser Umstand macht Quakenbrück von außen noch deutlich gefährlicher. Auf welchen ausländischen Flügelspieler Trainer Koch verzichten wird (6 + 6 Regelung), wird sich erst am Spieltag weisen. Und auch „auf Groß“ hat der Drachen-Dompteur nach mehreren Personalwechseln zu Saisonbeginn nun die richtige Mischung gefunden: Bradley Buckman sorgt für Gefahr von außen, während mit Anthony King einer der besten Center der Liga die Zone beackert.

KEY FACTS  
ratiopharm ulm: Die letzten vier Duelle mit den Drachen (inklusive des Pokal-Halbfinales) gingen an Ulm. In der Beko BBL konnte Thorsten Leibenaths Team 6 der letzten 8 Spiele gewinnen. Noch imposanter: Die Erfolgssträhne auf heimischem Parkett, wo der Vizemeister in seinen letzten acht Spielen mit einem Vorsprung von 13,9 Punkten im Schnitt triumphierte – exklusive der 100:46-Abfuhr für Gießen.

Artland Dragons: Seit dem Ulmer Wiederaufstieg 2006 entschieden die Dragons acht von 14 BBL-Partien gegen Ulm für sich. Aktuell zeigt das Liga-Barometer vier Siege aus fünf Spielen an – trotz vier verlorenen Auswärtsspielen in Serie. Im Saisonverlauf schlagen sich die Drachen gegen die acht Topplatzierten (Bilanz: 6-5) fast genauso gut wie gegen Nicht-Playoffteams (11-8).
Fotos: Thilo Hensel

 

 
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